Versicherungen

Ganz so neu wie man meinen mag, sind die heutigen Versicherungen eigentlich nicht. Tatsächlich finden sich schon im alten Babylon und dem römischen Reich Zeugnisse, dass es schon eine Art von frühen Versicherungen gab, auch wenn diese noch nichts mit den heutigen modernen Versicherungsgesellschaften gemein hatten. Unter Karl dem Großen gründeten sich dann die ersten Gilden, welche Schiffe versicherten oder auch mögliche Brände. Dummerweise schuf Karl der Große 779 diese Möglichkeiten per Gesetz wieder ab.
 
 Die ersten richtigen Seeversicherungen gab es dann im 14. Jahrhundert und zwar in Italien, erst 1588 folgte Hamburg mit einem ähnlichen Modell speziell für die Seefahrer und Reeder. Schon fünf Jahre vorher (1583) erfolgte in England eine Art Durchbruch und Revolution im Bereich des noch nicht so ganz existenten Versicherungswesens, als man die erste Lebensversicherung unterschrieb. Allerdings war diese Lebensversicherung weniger in dem heute üblichen Sinne gestaltet, sondern als Wette – typisch englisch eben.
 
 In Deutschland, welches damals noch in Hunderte kleinerer Länder unterteilt war, gab es denn in Schleswig-Holstein etwa zu dieser Zeit auch die ersten Brandgilden, die speziell gegen Brände versicherten. 1676 entstand dann auch endlich die ersten „richtigen“ Versicherungen: allen voran die Hamburger Feuerkasse. Wieder ging es hier um Feuerschäden, allerdings sollte es bald mehrere Versicherungsarten geben, die auf bestimmte Bereiche spezialisiert waren.
 
 England war denn auch wieder den anderen Ländern einen Tick voraus und schuf – nach dem schrecklichen Brand 1666 in London – die ersten Sachversicherungen und schon 1765 folgte die „Equitable Life Assurance Society“, welche die erste „richtige“ Versicherung darstellen sollte.
 
 In Deutschland tat man sich dagegen schwer, was zur Folge hatte, dass die erhältlichen Versicherungen in englischen und französischen Händen lag. Aufschwung, weniger Zölle, Industrialisierung und auch der deutsch-französische Krieg brachten allerdings die Wende: 1820 entstand die Gothaer Feuerversicherungsbank, die noch heute unter dem Namen „Gothaer“ als Versicherungsgesellschaft besteht und die erste deutsche Lebensversicherung auf den damals noch jungen Markt brachte.
 
 Im 19. Jahrhundert entstanden dann für fast alle Bereiche die passenden Versicherungen, im 20. Jahrhundert folgten auch Versicherungen für Tiere oder gegen Hagel und der „Siegeszug“ dieser neuen Einrichtungen war nicht mehr aufzuhalten.
 
 In einem Bereich der Versicherungen war jedoch Deutschland Vorreiter: die Sozialversicherungen, die das Leben jedes Einzelnen bei bestimmten Situationen, etwa Krankheit, absichern sollten. 1883 wurde die Krankenversicherung geschaffen, 1884 folgte die Unfallversicherung und 1889 die Rentenversicherung – die damals aber erst ab dem 70. Lebensjahr erreicht wurde.
 
 Heute kann man für fast alles eine Versicherung abschließen – sogar für bestimmte Körperteile, wie man immer wieder von Top-Models hören kann…